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„Ich als Deutsch-Russin fühle mich oft unverstanden. Ein Beispiel ist mein PoWi Unterricht, dort müssen wir eine strikte Meinung beziehen: Russland ist böse und wird als Feind angesehen. Diese feindlichen Meinungen gegenüber Russland fließen vor allem aus den westlichen Medien. Meine Haltung zu russischen politischen Diskursen ist oft eine andere als die meiner Mitmenschen. Daraus entwickelt sich bei anderen die Auffassung, ich sei verblendet. Außerdem entsteht bei mir auch das Gefühl, mich zwischen russischen und deutschen medialen Darstellungen entscheiden zu müssen, als müsste ich eine Seite wählen.“

Alexandra, 18

„Wenige Jugendliche in meinem Umfeld sind gläubig, daher treffe ich, wenn ich erzähle, dass ich bete und mich vor dem Essen zum Beispiel bekreuzige, oft auf Unverständnis. Ich bin anders aufgewachsen als sie und habe vielleicht eine andere Sicht auf den Glauben. Jedoch denke ich, dass jeder an etwas glaubt, sei es an Religion oder an bestimmte Werte. Am Ende haben wir alle ähnliche Moralvorstellungen, die bei mir einfach anders verpackt sind. Natürlich kam es dabei schon zu verletzenden Situationen, ich komme aber damit gut klar, weil mein Glaube nicht darauf ausgerichtet ist, andere zu überzeugen.“

Marko, 19

„Das Erste, was mir in den Sinn gekommen ist, wenn es um Dinge geht, bei denen ich mich unverstanden fühle, ist das Schulsystem. In der Politik sind gefühlt super viele alte Menschen, die über unseren Kopf hinweg entscheiden. Wenn Jugendliche sich wehren und etwas dagegen sagen, heißt es immer nur, dass sie faul sind. Auch was psychische Gesundheit angeht: wenige Erwachsene können die Zusammenhänge von Schuldruck und psychischen Problemen nachvollziehen. Es heißt dann immer nur „das ist eine Phase“.“

Mathilda, 17

„Mir fällt es oft schwer mit meinen Eltern über bestimmte Dinge zu kommunizieren. Sie sind Teil einer ganz anderen Generation und haben somit Erfahrungen durchlebt, die ich selbst nicht durchlebt habe und andersherum genauso. Eltern denken sie wüssten alles, da sie ihr Kind so gut kennen, dabei verstehen sie nicht, dass ihre Zeit als Jugendliche eine ganz andere war als die heutige. Oft reden wir dann aneinander vorbei und verstehen uns nicht richtig. Das macht es halt schwierig und kann sehr frustrierend sein.“

Lola, 17

„Viele verstehen nicht, warum es mir so schwer fällt über Gefühle zu sprechen. Ich habe es lange selber nicht verstanden und mit meiner Persönlichkeit begründet, da ich gedacht habe, als schwuler Mann wäre ich komplett befreit von Toxic Masculinity. Auch wenn man, wie ich, nicht viele typisch männliche Stereotypen erfüllt, kann man trotzdem in emotionalen Momenten von unserem toxischen Männlichkeitsbild geprägt sein. Vor allem an einen schwulen Mann hat man oft die Erwartung emotional und sensibel zu sein. In Momenten, in denen ich diese Erwartungen nicht erfüllen kann, fühle ich mich unverstanden.“

Johann, 16

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